Jen Newfieldt

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Mein Sohn - der Überflieger

Nun steht in wenigen Stunden das nächste Fußballspiel meines Sohnes an. Das letzte am vergangenem Samstag war ja schon mal vielversprechend. Ein 5 zu 1 Sieg und Torschützenkönig war in allen 5 Malen mein Sohn! Es erfüllt mich mit Stolz ihm dabei zuzusehen, mit welcher Leidenschaft er mit seinen gerade mal 7 Jahren diesen Sport betreibt. Das letzte Spiel hab ich verpasst, war verhindert, umso mehr freu ich mich auf das heutige Spiel. Wäre nur zur gerne dabei gewesen, hätte ihn nur zu gerne angefeuert und mit ihm seine Freude geteilt.

Seit mittlerweile 3 Jahren, seit er 4 Jahre ist, spielt er im Verein und seit er laufen gelernt hat, gehört der Fußball zu seinem Leben dazu. Aus ihm wird noch ein ganz Großer! 

 Angefangen hat es damals bei uns auf dem Sportplatz... Ich bin sehr jung Mutter geworden, habe nach der Geburt meines Sohnes mein Abitur nachgeholt und eine Ausbildung gemacht, nebenbei hatte ich einige Nebenjobs, einer davon war bei uns im Vereinsheim als Bedienung. Das Gute an diesem Job war, dass er überwiegend nachmittags war und ich ihn jederzeit mitnehmen konnte. Im Alter von 3 Jahren saß er schon am Spielfeldrand und beobachtete bewundernd die Spieler, die dort täglich trainierten und so war es nur eine Frage der Zeit bis er den Wunsch äußerte, selbst im Verein mitspielen zu dürfen. Er sprach ganz selbstbewusst die damalige Trainerin der Mini-Kicker an mit den Worten: "Hallo Sabrina, darf ich bei dir mitspielen?" Er strahlte über das ganze Gesicht als sie seine Frage bejahte und seit dem kickt er in jeder freien Minute mit dem Ball. Ein Fußballtor hab ich ihm über sein Bett im Kinderzimmer an die Wand gezeichnet. Er überzeugte bereits einige Kinder vom Fußballspielen, die vorher gar nichts mit Fußball anfangen konnten. Es ist so schön mit anzusehen, mit welch einer Leidenschaft er dies macht. Ich bewundere ihn für diesen Ehrgeiz und auch wenn das heutige Spiel nicht gut ausgeht, weiß ich, er hat sein Bestes gegeben und hatte Spaß dabei. 

Ergebnis folgt... 

 

24.9.14 15:41, kommentieren

...und er erntet die Lorbeeren

Mein Sohn ist mein Leben, mein Ein & Alles.

Die letzten 7 Jahre habe ich ihn so gut wie allene großgezogen, habe mein Leben umgekrämpelt, habe viel einstecken müssen, ihn bei allem unterstützt, immer an ihn geglaubt, immer für ihn da gewesen und ihm versucht, die Kindheit zu bescheren, die ich mir immer erträumt habe und doch nie hatte...all die Sachen, die eine Mutter nun einmal für ihr Kind macht und jetzt erntet sein Vater die Lorbeeren meiner Mühen. Ich fühle mich wirklich schlecht, dass ich so denke, aber es bricht mir das Herz zu sehen, dass er nun in den Genuss der Vaterfreuden kommt und mir mein hart erarbeitetes Leben entzieht. Jeden Monat dreh ich Cent für Cent um, damit meinem Kind an nichts fehlt, natürlich zahlt sein Vater Unterhalt, den Mindestunterhalt seit 2 Jahren, was ebenfalls hart erkämpft wurde durch das Jugendamt und doch reicht es vorne und hinten nicht. Es deckt vielleicht 1/4 dessen, was jeden Monat an Ausgaben allein für meinen Sohn auf mich zukommt und ich habe niemanden an meiner Seite, der mich auffangen könnte. Er wohnt mit seiner Freundin zusammen, beide haben ein Einkommen, teilen sich die Rechnungen und ich? Ich muss alles alleine stemmen. Hört sich an als würde ich mich in Selbstmitleid baden und das tu ich derzeit offenbar auch. Ich habe schon mit meinen Stunden aufgestockt, um mehr Geld zu verdienen, doch anstatt, dass es eine Erleichterung bringt, fühlt es sich mies an. Mies deswegen, da ich mich täglich beeilen muss, um mein Kind pünktlich von der Schule abzuholen und ihn morgens aus dem Haus scheuchen muss, damit wir pünktlich kommen. Ich kann ihn nicht mehr regelmäßig zum Fußballtraining begleiten, wie ich es immer getan habe und habe bereits ein Spiel verpasst, in dem er gleich 5 Tore hingelegt hat. Es brach mir schon fast das Herz, dass ich diese Freude mit ihm nicht teilen konnte, dass ich nicht da war.

Zunächst habe ich mich gefreut, dass sein Vater sich darauf eingelassen hat, ihn jeden Mittwoch zum Training zu bringen, denn er hat sich nie dafür interessiert, kaum ein Spiel gesehen, geschweige denn beim Training gewesen. Ich fand es immer sehr traurig, da Fußball die größte Leidenschaft meines Sohnes ist seit er laufen kann.

 

 

Und jetzt? Jetzt steht er mit seiner Freundin am Spielfeldrand mit den anderen Eltern und feuert meinen kleinen Schatz an, weil die Gesellschaft es so von ihm verlangt (dazu gibt es eine Hintergrundgeschichte, auf die ich bestimmt nochmal zurück kommen werde...). Meine Bekanntschaften, meine sozialen Kontakte, die ich mir über Jahr zum Teil hart erarbeitet habe, nimmt er nun in Anspruch. Es verletzt mich so schwer nun von Freunden, nein ich nennen sie ab heute lieber nur noch Bekannte, zu hören, dass sie nun auch was mit ihm und ihr und den Kindern unternehmen wollen. Klar, es war nur eine Frage der Zeit, ich hätte damit rechnen müssen. Ein Pärchen mit Kind zählte ich zu meinen Freunden und jetzt wo sein Vater auch für die anderen präsent ist, bietet es sich an, lieber etwas mit dem Paar zu unternehmen als mit der alleinstehenden Mutti. Es ist so unfair. Ich fühl mich bestraft dafür, dass ich in den letzten Jahren kaum Wert auf eine Beziehung gelegt habe und stattdessen für mein Kind da war, bestraft dafür, dass ich immer noch nicht den Menschen gefunden habe, der in unser Leben passt. Jetzt planen sie den nächsten gemeinsamen Zoobesuch und auch Silvester wollen sie zusammen feiern. Wer braucht den jetzt noch die Mutter?! Schließlich ist das Kind aus dem Gröbsten raus, kann sprechen, laufen und ist sehr selbstständig. Er ist ein Vorzeigekind: er ist gut in der Schule, weiß sich zu benehmen, spielt Gitarre und sehr erfolgreich Fußball und ist bei anderen sehr beliebt. Ich bin sehr stolz auf ihn! Mutti hat gute Arbeit geleistet, viel Zeit investiert und jetzt ist der Vater dran, um sich mit den Lorbeeren zu schmücken. Wenn es schwierig wird, ist sie ja da, die biegt ihn schon zu recht.

Ich habe mein Kind nie beeinflusst im Bezug auf seinen Vater, nie ein schlechtes Wort über ihn verloren, nicht über ihn und auch nicht über seine Freundin, denn ich wollte, dass er sich selbst ein Bild von seinem Vater macht, was auch mir verwehrt worden ist und da mein Vater vor vielen Jahren gestorben ist, werde ich auch niemals diese Chance haben. Und doch zerreißt es mir das Herz. Eigentlich sollte es mich freuen, dass mein Sohn gerne zu seinem Vater geht und er sich auch mittlerweile regelmäßig um ihn kümmert, doch dann ist da die große Angst, ihn zu verlieren. Mein Sohn, mein Ein & Alles. Immer musste ich die Böse sein;bei uns zuhause gibt es Regeln und feste Rituale, bei seinem Vater ist alles viel cooler und lockerer. Ich habe große Verlustängste und befürchte, dass mein Sohn sich irgendwann von mir entfernt, weil bei Papa alles einfaher ist. "Der sagt nur selten NEIN und wenn ich was will, dann weiß ich wie ich Papa rumkriege."

Ich engagiere mich sehr viele in der Schule, weil mir gute Schulbildung am Herzen liegt und mein Kind irgendwann, wenn er denn will, die Möglichkeit haben soll zu studieren. Sein Vater sieht das ganz entspannt und hält sich aus all dem raus. Ich habe es ihm aber auch sehr einfach gemacht die letzten Jahre, da ich es für selbstverständlich gehalten habe, dass ich mich um all das alleine kümmern muss. Ich habe ihn nie dafür beansprucht, ihn jedoch immer auf dem Laufenden gehalten, auch wenn scheinbar kein Interesse vorhandne war. Durch die schwersten Zeiten unseres Lebens, musste ich alleine durch, angefangen bei unserer Trennung, dem Alleinesein, der Tatsache, dass mein Ex mich betrogen hat und mir seine Neue auf der Taufe unseres Sohnes vorgestellt hat, dem mehrwöchigen Krankenhausaufenthalt, in dem ich alleine um das junge Leben unseres Kindes gebangt hatte, weil "Papa" keine Zeit hatte, denn er hatte die Kumpels zum Playstation-Abend eingeladen, von der schweren Kindergartenzeit und dem anschließendenen Wechsel, von den finanziellen Problemen, von den Missbrauchsvorwürfen, wofür sein Bruder, der Onkel meines Sohnes, verantwortlich war... ich werde nie den Tag vergessen an dem ich den schlimmsten Anruf meines Lebens tätigen musste, für meinen 6-jährigen Sohn einen Arzttermin bezüglich eines AIDS-Testes zu vereinbaren und auch nie den erlösenden Anruf, dass sich der Verdacht nicht bestätigt (auch hierzu sicherlich später mehr...) und all das während einer eigentlich aufregenden schönen Zeit, die Einschulungsphase. Von den vielen Trotzphasen abgesehen, die wie alle Eltern wohl bestätigen würden, sehr nervenaufreibend sind. Nicht zu vergessen, dem ständigen Psychodruck seiner Mutter. Wo war er in dieser Zeit?! Warum hat er uns nicht unterstützt?! Und jetzt kommt er daher und wirft alles über den Haufen und spielt den großartigen Vater, der er nie war. Es macht mich sauer! Es fällt so schwer, die ganzen negativen Gefühle vor dem eigenen Kind zu verbergen, doch auch das werde ich bis zum bitteren Ende durchziehen, ich will gegenüber meinem Kind nicht all diese Vorwürfe seinem Vater gegenüber äußern, ich bin froh, dass er die Möglichkeit hat, ihn kennenzulernen. Doch Kinder sehen nur das Jetzt und das Jetzt lässt mich als Mutter ziemlich blöd darstehen. Eine Heulattacke folgt der nächsten und ich kann mich einfach nicht dagegen wehren. Immer wieder sag ich zu mir selbst "Reiß dich zusammen, du hast schon viel schlimmere Zeiten durchgemacht!" und doch krieg ich mich nicht in Griff. Ich fühl mich als hätte ich versagt.

 

 

 

23.9.14 21:55, kommentieren